Es gibt diese Tage, an denen man schon beim Aufstehen ahnt, dass sie länger werden könnten als geplant. Der 28. März 2026 war so ein Tag. 6 Uhr morgens, irgendwo zwischen Vorfreude, Müdigkeit und der leisen Frage „Warum genau mache ich das eigentlich?“ stehen wir am Start des Lake Züri 100. Neben mir: Patrick. Freund, Laufpartner, und an diesem Tag vermutlich auch mein persönlicher Lebensretter.
Und irgendwo zwischen Stirnlampe und Startlinie liegt diese besondere Mischung aus Nervosität und kindlicher Vorfreude. Man weiß, es wird weh tun – aber man weiß auch, dass genau darin der Zauber liegt. Vielleicht sind es genau diese Momente, in denen man sich selbst ein kleines bisschen näher kommt.
Nebensächlichkeiten und das trügerische Gefühl von Bedeutung
Viele Kilometer. Lange Nächte. Persönliche Grenzen.
Ein Laufjahr, das auf dem Papier stark aussieht – und sich beim genaueren Hinsehen selbst relativiert. Ein Rückblick auf Ultras und dass nicht alles, was mir wichtig ist, auch wichtig sein muss.
Warum ich überhaupt zurückblicke
Ich schreibe diesen Rückblick nicht wegen den bombastischen Ziel-Zeiten oder tollen Platzierungen. Zahlen lassen sich vergleichen, sortieren, bewerten.
Mich interessiert inzwischen auch etwas anderes: Was bleibt, wenn man das alles weglässt?
Der Begriff Nebensächlichkeiten klingt hart.
Fast respektlos gegenüber Dingen, die mir viel bedeuten.
Und doch trifft er es erstaunlich gut.
Denn während ich laufe, planen andere noch viel größere Läufe.
Während ich zufrieden bin, sind andere um Welten besser.
Und während ich meinem Hobby nachgehe, gibt es Regionen auf dieser Welt, in denen es nicht um Sport geht – sondern ums Überleben.
Das macht meine Erlebnisse nicht falsch. Aber es ordnet sie ein.
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„Dove c’è la volontà, c’è la strada.“ – Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Auch wenn er 260 Kilometer lang ist…
„Impossible Target“ – das ist nicht nur der Name dieses Laufes. Es ist ein Versprechen. Eine Herausforderung. Eine Einladung zum Wahnsinn. Und ich hab sie angenommen.
Es begann – wie viele große Abenteuer – mit einem Traum. Einem Traum, der irgendwann zu einem Ziel wurde. Und dann zu einem Plan. Und schließlich, nun ja… zu einem ziemlich verrückten Wochenende mit 260 Kilometern quer durch Norditalien, begleitet von Sonne, Wind, Schmerz, Pizza, Tränen und einer Menge Lächeln. Aber von vorne.
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